"Nie vergessen: Hier arbeitet eine Frau!" – Wie Bahnmitarbeiterinnen um ihre Sicherheit kämpfen
Sven Binner"Nie vergessen: Hier arbeitet eine Frau!" – Wie Bahnmitarbeiterinnen um ihre Sicherheit kämpfen
Mandy Brune, eine Zugbegleiterin in Deutschland, macht auf die wachsende Bedrohung und Gewalt gegen Bahnmitarbeiterinnen aufmerksam. Sie unterstützt eine neue Kampagne, die auf die Gefahren des Berufs für Frauen hinweisen und bessere Schutzmaßnahmen fordern soll. Die Initiative kommt zu einer Zeit, in der Berichte von einem deutlichen Anstieg der Angriffe auf Beschäftigte im Verkehrssektor sprechen.
Brune hat selbst verbale Beleidigungen, Drohungen und sogar körperliche Einschüchterungen am Arbeitsplatz erlebt. Besonders belastend sei für sie die Gleichgültigkeit von Umstehenden in solchen Situationen. Dennoch bleibt sie ihrer Arbeit mit Leidenschaft verbunden – doch sie besteht darauf, dass mehr für die Sicherheit des Personals getan werden muss.
Die Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet eine Frau!" zielt darauf ab, Fahrgäste über die Herausforderungen zu informieren, denen Zugbegleiterinnen und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst täglich gegenüberstehen. Brune beobachtet erste Erfolge: Inzwischen greifen einige Reisende ein und stellen sich schützend vor sie, wenn es zu Bedrohungen kommt.
Aktuelle Zahlen unterstreichen das Ausmaß des Problems: Allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wurden 2.987 Mitarbeiterinnen der Deutschen Bahn Opfer von Straftaten – darunter im Schnitt fünf körperliche Angriffe pro Tag. Zwar liegen keine genauen Zahlen für 2023 vor, doch der Trend deutet auf eine weitere Verschärfung hin.
Neithard von Böhlen, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nordrhein-Westfalen, fordert dringende Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem doppelt besetzte Schichten, verpflichtende Körperkameras für Mitarbeiterinnen sowie eine spezielle Staatsanwaltschaft, die sich ausschließlich mit Übergriffen auf Zugbegleiterinnen befasst.
Die Kampagne setzt darauf, Gewalt durch mehr Zivilcourage und Meldungen von Vorfällen einzudämmen. Brunes Engagement zeigt die persönlichen Folgen solcher Angriffe, während die Gewerkschaftsvorschläge auf eine Stärkung des rechtlichen und praktischen Schutzes für Frauen abzielen. Ohne konkrete Schritte wird sich die Lage für Bahnmitarbeiterinnen kaum verbessern.






