NRW-Frauen verdienen 15 Prozent weniger – trotz höherer Qualifikationen und mehr Arbeit

Wenke Kranz
Wenke Kranz
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Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Zuschüsse zeigt, die sich auf Geschlechterlücken konzentrieren, mit begleitendem beschreibendem Text.Wenke Kranz

Mehr Frauen in Festanstellungen - Gleichstellung ist noch lange nicht erreicht - NRW-Frauen verdienen 15 Prozent weniger – trotz höherer Qualifikationen und mehr Arbeit

Frauen in Nordrhein-Westfalen kämpfen 2024 weiterhin mit deutlichen Lohnungleichheiten und Benachteiligungen am Arbeitsmarkt

Trotz eines Anstiegs der Frauenerwerbstätigkeit in den vergangenen 16 Jahren arbeiten viele Frauen in Nordrhein-Westfalen nach wie vor in Teilzeit oder in geringqualifizierten Jobs. Gewerkschaften fordern nun Reformen, um die Arbeitsbedingungen für berufstätige Mütter zu verbessern und die geschlechtsspezifischen Unterschiede zu verringern.

Die Zahl der Frauen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen in NRW stieg zwischen 2008 und 2024 um fast ein Drittel auf etwa 3,4 Millionen. Dennoch waren 2024 nur 56 Prozent der Frauen erwerbstätig – im Vergleich zu 65 Prozent der Männer. Ein großer Teil von ihnen, nämlich 76 Prozent, arbeitete in Teilzeit, während über 59 Prozent der Minijobs von Frauen besetzt waren.

Die Lohnlücke bleibt eklatant: Frauen verdienen im Schnitt 15 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Zudem leisten sie deutlich mehr unbezahlte Arbeit – fast 30 Stunden pro Woche für Haushalt und Pflege, zehn Stunden mehr als Männer. Trotz höherer Qualifikationen landen Frauen häufiger in geringqualifizierten Tätigkeiten.

Der Arbeitsagentur (DGB) fordert umfassende Änderungen. Die Minijobs sollen abgeschafft werden, da sie mit niedrigen Löhnen, schlechter sozialer Absicherung und begrenzten Weiterbildungsmöglichkeiten verbunden sind. Zudem kritisiert die Gewerkschaft die unzuverlässige Kinderbetreuung im Land, wo Kitas häufiger schließen als in anderen Bundesländern. Als Lösungsansätze schlägt der DGB flexible Arbeitszeitmodelle vor, etwa verkürzte Vollzeitstellen, um Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Ein weiterer Vorschlag ist die Einführung von "Vereinbarkeitslotsen" in Unternehmen und Behörden, um eine familienfreundlichere Arbeitskultur zu schaffen.

Die Forderungen des DGB zielen darauf ab, die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Löhnen, Jobsecurity und Karrierechancen zu verringern. Sollten Reformen wie flexible Arbeitszeiten und bessere Kinderbetreuung umgesetzt werden, könnte sich die Beschäftigungssituation von Frauen in NRW spürbar verbessern. Die aktuellen Daten zeigen jedoch: Viele Frauen haben nach wie vor mit niedrigeren Löhnen, Teilzeitarbeit und einer höheren Belastung durch unbezahlte Care-Arbeit zu kämpfen.

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