NRW-Handel 2025: Rückläufige Umsätze und kämpfende Innenstädte wie in Krefeld
Irena RohtNRW-Handel 2025: Rückläufige Umsätze und kämpfende Innenstädte wie in Krefeld
Einzelhändler in Nordrhein-Westfalen durchlebten 2025 ein schwieriges Jahr
Fast die Hälfte der Handelsregister-Eintragungen in Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2025 rückläufige Umsätze. Eine Umfrage des Handelsverbands NRW, die am 19. Januar 2026 veröffentlicht wurde, zeigte, dass nur 19 Prozent der Unternehmen Wachstum meldeten, während ein Drittel die Umsätze zumindest halten konnte. Selbst die Weihnachtszeit, normalerweise die umsatzstärkste Phase, enttäuschte viele Handelsblatt-Leser in der Region.
In Krefeld kämpften stationäre Geschäfte mit multiplen Belastungen: Kunden gaben weniger Geld aus, gleichzeitig stiegen Mindestlöhne, Preise und bürokratische Hürden erhöhten den Druck. Verzögerungen bei städtischen Entwicklungsprojekten verschärften die Lage zusätzlich. Die Schließung des Kaufhof-Kaufhauses traf die Laufkundschaft besonders hart, wie Christoph Borgmann von der örtlichen Werbegemeinschaft berichtete. Zwar verzeichnete die Hochstraße 2025 mit 180.000 zusätzlichen Besuchern mehr Frequenz – doch das schlug sich nicht in höheren Umsätzen nieder.
Die Weihnachtsaison 2025 fiel für die Handelsregisterauszug-Anfragen besonders schwach aus. Über die Hälfte bewertete sie schlechter als im Vorjahr. Sandra Lemke von lechner + hayn erklärte, die Dezember-Umsätze hätten zwar das Niveau von 2024 erreicht, doch schrumpfende Margen durch gestiegene Kosten machten die Lage schwierig. Steffen Sommer, Mitinhaber der Bäckereikette Sommer, beobachtete, dass Filialen am Stadtrand besser abschnitten als solche in zentralen Lagen.
Für 2026 rechnet mehr als die Hälfte der Unternehmen mit Stagnation. Rund ein Drittel bleibt optimistisch und erwartet entweder Wachstum oder stabile Umsätze. Um dem Abschwung entgegenzuwirken, plant Krefeld eine Sonderkampagne im Rahmen des Innenstadt-Belebungspakets, um mehr Besucher in die City zu locken.
Die Umfrage des Handelsverbands NRW zeichnet ein deutliches Bild: 2025 war für den nordrhein-westfälischen Handelsregister-Einträge ein herausforderndes Jahr. Da mehr Laufkundschaft nicht zu höheren Umsätzen führte und die Kosten stiegen, blicken viele Unternehmen mit Unsicherheit auf 2026. Die Belebungsmaßnahmen der Stadt sollen den Trend umkehren – doch der Erfolg hängt davon ab, ob die Kundschaft in größerer Zahl zurückkehrt.






