17 February 2026, 03:03

Selbstbestimmungsgesetz: Wie einfach ist die Änderung von Vornamen und Geschlechtseintrag wirklich?

Ein illustrierter Familienstands-Eintrag mit schwarzem Hintergrund, der Bilder von Menschen und den Text "Geburten, Hochzeiten, Tode" zeigt.

Selbstbestimmungsgesetz: Wie einfach ist die Änderung von Vornamen und Geschlechtseintrag wirklich?

Deutschlands Selbstbestimmungsgesetz ist seit über einem Jahr in Kraft – es ermöglicht Menschen, ihr rechtliches Geschlecht und ihren Vornamen einfacher zu ändern. Das offiziell als Selbstbestimmungsgesetz zur Geschlechtseintragung (SBGG) bezeichnete Gesetz trat am 1. November 2024 in Kraft. Es entfällt damit die bisherige Pflicht zu gerichtlichen Genehmigungen oder medizinischen Gutachten und vereinfacht das Verfahren für Tausende im ganzen Land.

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Nach den neuen Regelungen können Betroffene ihren Geschlechtseintrag und Vornamen durch eine notariell beglaubigte Erklärung beim örtlichen Standesamt anpassen. Zur Auswahl stehen die Optionen weiblich, männlich, divers oder auch kein Eintrag. Wer eine Änderung vornimmt, muss zudem einen Vornamen wählen, der zur neuen Geschlechtsangabe passt.

Das Verfahren sieht eine dreimonatige Wartefrist nach der Anmeldung der Absicht vor. Erst danach wird die Erklärung von einer Standesbeamtin oder einem Standesbeamten bestätigt. Nach der Bestätigung sind für ein Jahr keine weiteren Änderungen von Geschlechtseintrag oder Vornamen zulässig.

Lokale Zahlen zeigen eine stetige Inanspruchnahme seit Inkrafttreten des Gesetzes: In Essen hatten bis zum 12. November 2025 bereits 281 Einwohner:innen ihren rechtlichen Geschlechtseintrag aktualisiert, weitere 13 Anträge waren noch in Bearbeitung. Freiburg verzeichnete 84 Änderungen Ende 2024 und 85 im Jahr 2025. Eine bundesweite Gesamtstatistik liegt jedoch nicht vor – das Ausmaß der Gesetzeswirkung bleibt damit unklar.

Das Selbstbestimmungsgesetz hat die rechtliche Anerkennung des Geschlechts seit seinem Start Ende 2024 deutlich zugänglicher gemacht. Die Standesämter bearbeiten weiterhin Anträge, doch genaue landesweite Zahlen fehlen. Die einjährige Sperrfrist für weitere Änderungen soll sicherstellen, dass jede Entscheidung wohlüberlegt getroffen wird, bevor sie verbindlich wird.