Solingen führt flexiblere Mittagsbetreuung für Grundschulkinder ein
Wenke KranzSolingen führt flexiblere Mittagsbetreuung für Grundschulkinder ein
Solingen reformiert sein Mittagsbetreuungssystem für Grundschulen – die Änderungen treten zum 1. August 2026 in Kraft. Die Neuerung setzt auf ein flexibleres Modell, das sich besser an die unterschiedlichen Betreuungsbedürfnisse von Familien anpassen und gleichzeitig die Kosten senken soll. Im Rahmen der Umstellung testen drei Pilotschulen das erweiterte Angebot "UMI Flex".
Das überarbeitete System ersetzt alle bisherigen UMI-Programme durch ein standardisiertes Modell. Demnach erhalten Kinder künftig eine Betreuung bis 14 Uhr – einschließlich der Schulferien. Durch die Umstrukturierung sollen rund 1.000 Schüler:innen aus der Ganztagsbetreuung in die neuen UMI-Gruppen wechseln, um so mehr Plätze für Familien mit längerem Betreuungsbedarf zu schaffen.
Die Gebühren für die Mittagsbetreuung richten sich nun nach einem überarbeiteten, einkommensabhängigen Staffelsystem, bei dem Eltern je nach Verdienst unterschiedlich viel zahlen. Die Änderungen tragen zudem den landesweiten Vorgaben zur Elternfinanzierung bei außerschulischen Betreuungsangeboten Rechnung. Im Vergleich zum aktuellen Ganztagsprogramm (OGS) kostet die neue UMI-Option Familien 65 Prozent des OGS-Beitrags, während "UMI Flex" mit 70 Prozent zu Buche schlägt.
An drei ausgewählten Schulen wird "UMI Flex" erprobt: Hier gibt es an zwei frei wählbaren Nachmittagen pro Woche eine verlängerte Betreuung bis 15 Uhr. Nach der Testphase prüft die Stadt, ob das Modell ausgeweitet wird. Ziel der Reform ist es insgesamt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern und das Betreuungsangebot in Solingen bedarfsgerechter zu gestalten.
Das neue System ist modular aufgebaut und gibt Eltern mehr Spielraum bei Dauer und Kosten der Betreuung. Bei Erfolg könnte das Pilotprojekt zu einer flächendeckenden Einführung von "UMI Flex" führen. Die Stadt erwartet, dass die Änderungen den Druck auf die Ganztagsplätze verringern, ohne die Bezahlbarkeit für berufstätige Familien zu gefährden.






