Solingen senkt Arbeitszeit im ÖPNV – bei vollem Lohnausgleich ab 2027
Beschäftigte im ÖPNV in Solingen profitieren von besseren Arbeitsbedingungen durch neue Tarifvereinbarung
Ab Juli 2027 sinkt die wöchentliche Arbeitszeit für Mitarbeiter:innen im öffentlichen Nahverkehr Solingens von 39 auf 38,5 Stunden, bis Juli 2028 dann auf 38 Stunden – bei vollem Lohnausgleich. Damit bleibt das Einkommen stabil, während die Belastung sinkt. Die Anpassung folgt auf jahrelange Stagnation bei den Arbeitszeiten in Deutschland, wo die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Vollzeitkräften bei etwa 38,2 Stunden liegt.
Zudem werden gesetzliche Ruhezeiten ausgeweitet, sodass Beschäftigte längere Pausen zwischen den Schichten haben. Die Zuschläge für Sonntagsarbeit steigen, was die Bezahlung für Wochenendarbeit verbessert. Auch kurzfristig Beschäftigte erhalten durch die neuen Regelungen mehr Schutz.
Ziel der Änderungen ist es, den Beruf attraktiver zu machen, indem die Arbeitsbelastung verringert wird. Allerdings könnte die gleiche Leistung bei weniger Arbeitsstunden die Arbeitgeber dazu zwingen, zusätzliches Personal einzustellen – was die Personalkosten in die Höhe treibt. Die Folge wären wahrscheinlich höhere Tarife oder zusätzliche freie Tage für die bestehende Belegschaft.
Die Vereinbarung verlagert die Kosten auf öffentliche Träger, Behörden oder die Fahrgäste. In Solingen könnten daher in den kommenden Jahren Anpassungen bei den Ticketpreisen folgen. Die Debatte, wie Bezahlbarkeit und Servicequalität im ÖPNV in Einklang zu bringen sind, wird damit weitergehen.






