Staatlicher Ölmulti aus Abu Dhabi übernimmt angeschlagenes Covestro
Nikolaus SchleichArabischer Staatskonzern übernimmt Chemiefirma Covestro - Staatlicher Ölmulti aus Abu Dhabi übernimmt angeschlagenes Covestro
Deutscher Chemiekonzern Covestro steht vor Übernahme durch staatlichen Ölmulti aus Abu Dhabi
Der Chemiehersteller Covestro aus Leverkusen wird voraussichtlich vom staatlichen Ölkonzern Adnoc aus Abu Dhabi übernommen. Die Transaktion folgt auf monatelange finanzielle Turbulenzen – Ende 2023 hatte das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 12 Prozent gemeldet. Nun hat der Vorstand die letzten Hürden für die Übernahme ausgeräumt.
Covestro, das unter anderem Chemikalien für Kühlschrankisolierungen und Autositze produziert, kämpft seit Jahren mit sinkenden Absatzzahlen, fallenden Preisen und betrieblichen Rückschlägen – darunter ein Brand in einem Werk. Die Marktbedingungen geben wenig Anlass zur Hoffnung auf Besserung bis 2026, was das Unternehmen weiter in die Verlustzone drängt.
Mit der Übernahme durch die Investmenttochter XRG von Adnoc will die Gruppe zu den drei größten Chemieinvestoren weltweit aufsteigen. Covestro-Chef Markus Steilemann begrüßte den Schritt und betonte, dieser werde Innovation und digitale Modernisierung beschleunigen. Die Deal hat bereits die Zustimmung der deutschen Wirtschaftsbehörden und der EU-Kommission erhalten; die letzten formalen Schritte sollen in Kürze abgeschlossen werden.
Weltweit beschäftigt Covestro rund 17.500 Mitarbeiter, davon über 7.000 in Deutschland. Während Konkurrenten wie BASF stabilere Erträge prognostizieren, unterstreicht die Übernahme den Druck auf Covestro, das Geschäft zu konsolidieren.
Die Transaktion markiert einen tiefgreifenden Wandel für das angeschlagene Unternehmen. Mit Adnoc im Rücken will Covestro nun unter neuer Führung die Wende schaffen. Die finale Abwicklung des Deals wird nach der regulatorischen Freigabe in den kommenden Tagen erwartet.






