Thomas Brezina über Lilo und warum starke Mädchen die Kinderliteratur revolutionierten
Sven BinnerThomas Brezina über Lilo und warum starke Mädchen die Kinderliteratur revolutionierten
Der österreichische Autor Thomas Brezina war kürzlich bei ServusTV zu Gast in einem Interview mit Monika Gruber. Im Gespräch ging es um seine ikonische Kinderbuchreihe Die Knickerbocker-Bande und die bahnbrechende Figur der Lilo, die in den 1970er-Jahren entstand und zu einer der ersten starken weiblichen Hauptfiguren in der deutschsprachigen Kinderliteratur wurde.
Gruber, bekannt für ihren direkten Stil, sprach mit Brezina auch über seinen positiven Umgang mit sozialen Medien und seine Haltung dazu, Kinder vor düsteren Themen wie der Klimakrise zu schützen.
Im Interview erläuterte Brezina, wie er Lilo trotz anfänglicher Skepsis zur Anführerin der Knickerbocker-Bande machte. Viele hatten damals bezweifelt, ob ein Mädchen eine Gruppe von Jungen anführen könne. Doch Lilos Mut und Selbstständigkeit brachen mit gängigen Geschlechterklischees und setzten neue Maßstäbe für weibliche Figuren in Kinderbüchern.
Der Einfluss der Figur reichte weit über die ursprünglichen Geschichten hinaus. Brezina berichtete, dass ihm unzählige Frauen im Laufe der Jahre erzählt hätten, Lilo habe sie darin bestärkt, an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben. Ihr Erbe prägte spätere Serien wie TKKG und die moderne Jugendbuchliteratur, in der starke, selbstbewusste Mädchen heute häufiger vorkommen.
Thema war auch Brezinas lebensbejahende Präsenz auf Instagram. Er betonte, dass soziale Medien nicht zwangsläufig negativ sein müssten – eine Haltung, die Gruber weiter vertiefte. Beide waren sich einig, dass Kinder vor ständiger Krisenrhetorik, etwa über die "Klimakatastrophe", verschont werden sollten, um ihre kindliche Neugier und Unbeschwertheit zu bewahren.
Grubers eigene Ansichten sorgen mitunter für Kontroversen. So hatte sie Grünen-Wähler bereits als "die dümmsten Kälber" bezeichnet und Kondensstreifen über München infrage gestellt. In ihren ServusTV-Interviews vermeidet sie jedoch oft polarisierende Themen und konzentriert sich stattdessen auf leichtere, persönlichere Gespräche.
Brezinas Schaffen mit der Figur Lilo hinterließ bleibende Spuren in der deutschsprachigen Kinderliteratur. Ihre Führungsstärke und Furchtlosigkeit veränderten, wie sich Mädchen in Geschichten wahrnahmen. Sein jüngstes Interview unterstrich zudem seinen Glauben daran, die Kindheit optimistisch zu gestalten – auch wenn die Debatten über Medien und Politik weitergehen.






