15 February 2026, 09:21

Ulmer Narren stürmen Rathaus und übernehmen symbolisch die Macht

Ein Mann in einem Kostüm steht auf einem dekorierten, beleuchteten Festwagen in einem Stadtumzug, im Hintergrund ist ein Gebäude mit Fenstern und Geländern zu sehen.

Ulmer Narren stürmen Rathaus und übernehmen symbolisch die Macht

Ulms jährliche Fasnetsfeiern nahmen diese Woche eine ungewöhnliche Wendung, als die Stadtnarren das Rathaus stürmten. In einer langjährigen Tradition übergaben lokale Amtsträger symbolisch die Macht – und läuteten damit die "fünfte Jahreszeit" ein. Bei der scherzhaften Übernahme beteiligten sich Oberbürgermeister Martin Hofnarr und Neu-Ulms Bürgermeisterin Katrin Albsteiger in verspielter Verkleidung an den Feierlichkeiten.

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Der Auftakt bildete der Sturm der Ulmer Narren auf das Rathaus, der wie ein humorvoller Putsch inszeniert wurde. Hofnarr präsentierte sich als "Super Martin", während Albsteiger ein Prinzessin-Peach-Kostüm trug. Gemeinsam mit Stadträten wagten sie sich an Limbo-Wettkämpfe, bauten menschliche Pyramiden und beantworteten Fragen der Zuschauer.

Die Stadtvertreter gaben die Macht freiwillig ab und pflegten damit eine Tradition, die auf Ulms jahrhundertealte Schwörbräuche zurückgeht. Diese Bräuche, deren Ursprünge bis ins Jahr 1345 reichen und 1397 im "Großen Schwörbrief" festgehalten wurden, prägen noch heute das gesellschaftliche und politische Leben der Stadt. Die Verwaltung betonte, dass die Aktion im Sinne des fasnetsüblichen Schabernacks stehe.

Bis zum Fasnetsdienstag bleibt das Rathaus in der Hand der Narren, dann kehrt der normale Betrieb zurück.

Die symbolische Machtübernahme unterstreicht Ulms tiefe Verbundenheit mit seinen historischen Bräuchen. Die vorübergehende Herrschaft der Narren verleiht der kommunalen Selbstverwaltung eine festliche Note – eine Mischung aus Humor und städtischem Stolz. Mit dem Ende der Fasnetsfeiern geht die Kontrolle über das Rathaus wieder an die offiziellen Vertreter über.