21 February 2026, 09:08

Vier Jahre nach dem Hanau-Anschlag: Tausende gedenken der Opfer in ganz Deutschland

Eine Ziegelwand mit einer rechteckigen Plakette, auf der in fetter, weißer Schrift "38. Signalbataillon" steht.

Vier Jahre nach dem Hanau-Anschlag: Tausende gedenken der Opfer in ganz Deutschland

In zahlreichen deutschen Städten haben Gedenkveranstaltungen an den vierten Jahrestag des Hanau-Anschlags erinnert. Am 19. Februar 2020 ermordete ein rechtsextremer Attentäter aus rassistischen Motiven neun Menschen, bevor er später seine Mutter und sich selbst tötete. Die Bluttat zählt bis heute zu den schwersten rechtsterroristischen Verbrechen in Deutschland seit Jahrzehnten.

Die diesjährigen Gedenkfeiern umfassten Demonstrationen, Mahnwachen und öffentliche Diskussionsrunden – von Aachen bis Köln. Veranstalter und Teilnehmer betonten die Bedeutung, die Opfer zu würdigen und sich weiterhin gegen Rassismus zu stellen.

In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer Kundgebung und einem Marsch, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Angehörige der Opfer hielten berührende Reden, während die Teilnehmenden mehr Konsequenz im Kampf gegen rechtsextreme Gewalt forderten. Die Studentin Selin Eroglu nahm teil, um Solidarität zu zeigen und dafür zu sorgen, dass die Opfer nicht in Vergessenheit geraten.

In Köln beteiligten sich fast 1.000 Menschen an einem Gedenkmarsch – doppelt so viele wie erwartet. Der Zug zog durch die Stadt und unterstrich die anhaltende Wirkung des Anschlags.

In Bochum veranstaltete das Integrationsbüro eine Gedenkfeier im Bermudadreieck, dem bekannten Ausgehviertel. Der Ort wurde bewusst gewählt, um den Kontrast zwischen dem sonst lebhaften Treiben und dem düsteren Erbe der Tat zu verdeutlichen. Auch andere Städte in Nordrhein-Westfalen, darunter Essen und Düsseldorf, boten Lesungen, Ausstellungen und Gesprächsrunden an, um der Verstorbenen zu gedenken.

Die Zahl der Todesopfer des Anschlags beläuft sich mittlerweile auf zehn. Im Januar 2023 erlag ein weiterer Verletzter den Spätfolgen seiner Verletzungen – zusätzlich zu den neun Toten von 2020.

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In den kommenden Tagen sind weitere Gedenkveranstaltungen geplant, unter anderem in Münster, Dortmund und anderen Städten.

Der Hanau-Anschlag bleibt ein prägendes Ereignis im Kampf Deutschlands gegen Rechtsextremismus. Die Gedenkfeiern ziehen weiterhin große Menschenmengen an und zeigen die anhaltende öffentliche Forderung nach Gerechtigkeit und Erinnerung. Mit weiteren Veranstaltungen wird das Andenken an die Opfer wachgehalten, während die Gesellschaft über die langfristigen Folgen der Tat nachdenkt.