Warken plant Facharztgebühr – soll sie Wartezeiten wirklich verkürzen?

Nikolaus Schleich
Nikolaus Schleich
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Ein Mann in weißer Uniform steht neben einem kleinen Jungen im Krankenhausbett, der eine Mütze in der Hand hält, mit medizinischen Geräten und Gegenständen im Hintergrund.Nikolaus Schleich

Warken plant Facharztgebühr – soll sie Wartezeiten wirklich verkürzen?

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken schlägt neue Maßnahmen vor, um lange Wartezeiten bei Fachärzten zu verkürzen. Ein zentraler Vorschlag ist die Einführung einer Konsultationsgebühr, um die Nachfrage zu steuern und die Belastung des Systems zu verringern. Gleichzeitig prüft sie ein Bonusmodell für Patientinnen und Patienten, die sich an den Hausarztweg halten.

Warkens Pläne knüpfen an laufende Reformen an, die die hausärztliche Versorgung stärken sollen. Ziel ist es, die Effizienz zu erhöhen, ohne Hürden für Menschen zu schaffen, die medizinische Hilfe benötigen.

Der Vorstoß folgt auf jahrelange Debatten darüber, wie Hausärztinnen und Hausärzte besser unterstützt werden können. Im April 2024 hatte das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz 300 Millionen Euro für leistungsbezogene Anreize in der Primärversorgung bereitgestellt. Dies war Teil umfassender Bemühungen, den Ärztemangel zu bekämpfen und den Patientenzugang zu verbessern.

2025 genehmigte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ein Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Rund 200 Praxen testeten seitdem Boni für präventive Maßnahmen – eine Initiative, die der damalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach unterstützt hatte. Das Programm sollte Ärztinnen und Ärzte belohnen, die Patientinnen und Patienten gesund halten und unnötige Facharztbesuche reduzieren.

Nun will Warken einen Schritt weitergehen: mit einer Gebühr für Facharzttermine. Diese soll die Nachfrage regulieren und Wartezeiten verkürzen. Als Alternative schlägt sie jedoch einen finanziellen Bonus für Patientinnen und Patienten vor, die sich zunächst an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt wenden. Dieser Ansatz passt zu ihrem übergeordneten Ziel, die Primärversorgung zu stärken.

Warken betont, dass keine der Maßnahmen zu einer Zweiklassengesundheit führen dürfe. Der Fokus liege weiterhin auf einem fairen Zugang – niemand solle davon abgehalten werden, notwendige Behandlungen in Anspruch zu nehmen.

Die geplante Konsultationsgebühr und der Patientenbonus markieren einen Wandel hin zu einer gezielteren Steuerung der Nachfrage im Gesundheitswesen. Falls umgesetzt, könnten diese Änderungen die Art und Weise verändern, wie Menschen in Deutschland Facharztleistungen nutzen. Die Ministerin setzt mit ihrem Fokus auf die Hausarztmedizin auf eine langfristige Strategie, um das überlastete System zu entlasten.

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