16 March 2026, 22:35

Wasserstoff- und KI-Branche zwischen Hoffnung und finanziellen Risiken

Ein elegantes, modernes Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug mit glänzendem Schwarz, das mit seinen Komponenten einschließlich der Batterie und des Kraftstofftanks gekennzeichnet ist, vor einem hellgelben Hintergrund.

Wasserstoff- und KI-Branche zwischen Hoffnung und finanziellen Risiken

Die Wasserstoff- und KI-Branche stehen vor neuer Unsicherheit, da finanzielle Schwierigkeiten und wachsende Skepsis der Anleger zunehmen. Während einige Unternehmen große Projekte vorantreiben, kämpfen andere mit sinkenden Aktienkursen und unerfüllten Erwartungen. Aktuelle Entwicklungen zeigen sowohl Widerstandsfähigkeit als auch anhaltende Herausforderungen in diesen Sektoren.

In Deutschland stehen die wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge des kommunalen Entsorgungsbetriebs Bielefeld seit Monaten still – Grund ist ein Mangel an Treibstoff. Trotz dieses Rückschlags bleiben die Stadtverantwortlichen zuversichtlich und bezeichnen die Probleme als vorübergehend. Gleichzeitig bekräftigen sie ihr Engagement für die Wasserstofftechnologie.

Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA sieht sich mit einem Aktienkurs konfrontiert, der knapp über dem Allzeittief von 0,17 Euro liegt. Ein leichter Anstieg auf 0,192 Euro – ein Plus von etwa 12,9 % – folgte auf ein Plus von 2,5 % zum Handelsstart in Stuttgart. Die finanzielle Lage des Unternehmens sendet gemischte Signale: Ein Rekordauftragsbestand von 1,319 Milliarden norwegischen Kronen (plus 34 %) und ein Anstieg der Aufträge im vierten Quartal um 364 % stehen einem Umsatzrückgang von 31 % im Jahr 2025 und Rekordverlusten gegenüber. Eine solide Liquidität von 1,6 Milliarden Kronen sowie ein Zuschuss aus dem EU-Innovationsfonds in Höhe von bis zu 135 Millionen Euro für eine neue Elektrolyseur-Plattform, deren Markteinführung für Anfang 2026 geplant ist, sorgen jedoch für etwas Stabilität.

Unterdessen gab das britische Unternehmen ITM Power grünes Licht für die finale Investitionsentscheidung zu einem großangelegten Wasserstoffprojekt. Dennoch fiel der Aktienkurs am Montag um 2,1 % auf 0,73 Euro – ein Zeichen für den anhaltenden Druck, aus Plänen endlich Gewinne zu generieren.

In den USA verlor Bloom Energy am Freitag 1,7 % und schloss bei 154,51 US-Dollar, womit eine längere Aufwärtsbewegung endete. Der Rückgang folgte auf einen großen Brennstoffzellen-Auftrag von Oracle im vergangenen Jahr, der Hoffnungen auf weitere Geschäfte geweckt hatte – die sich jedoch nicht materialisierten. Seither halten sich Anleger zurück und warten auf klarere Wachstumssignale.

Auch die KI-Branche gerät zunehmend unter die Lupe, da Bedenken über übermäßige Investitionen in bestimmte Unternehmen wachsen. Viele fragen sich inzwischen, ob der rasante Kapitalzufluss nachhaltige Renditen bringen wird.

Unternehmen wie Nel ASA und ITM Power balancieren weiterhin zwischen finanzieller Belastung und langfristigen Projekten, während der jüngste Kursrückgang von Bloom Energy bei Anlegern Vorsicht auslöst. Die stillstehenden Müllfahrzeuge in Bielefeld und die Zweifel an der KI-Finanzierung verstärken die allgemeine Unsicherheit. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es diesen Branchen gelingt, aus Optimismus greifbare Fortschritte zu machen.

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