Wie Misstrauen gegen Demokratie rechtsextreme Netzwerke stärkt – eine alarmierende Analyse
Sven BinnerWie Misstrauen gegen Demokratie rechtsextreme Netzwerke stärkt – eine alarmierende Analyse
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Misstrauen gegenüber der Demokratie um sich greift – und wie es rechtsextreme Bewegungen befeuert. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen, die etablierte Institutionen ablehnen, im Netz eng verknüpfte Gruppen bilden. Diese Netzwerke, so seine These, verändern die Politik in Deutschland und darüber hinaus nachhaltig.
El-Mafaalani, der in Dortmund forscht, zeigt auf, wie misstrauische Einzelne sich erstmals über digitale Medien vernetzen. Noch vor kurzem isoliert, bilden sie heute "Gemeinschaften des Misstrauens", die sich über ihre gemeinsame Skepsis gegenüber Gerichten, Wissenschaft und Presse definieren. Diese Gruppen lehnen Institutionen nicht nur ab – sie setzen gezielt auf Parteien, die die liberale Demokratie angreifen.
Rechtsextreme Netzwerke haben dabei subkulturelle Taktiken übernommen: Mit KI-generierten Bildern und Videos verbreiten sie ihre Botschaften. Populistische Strategen, so El-Mafaalani, arbeiten systematisch daran, das Vertrauen in öffentliche Einrichtungen zu untergraben. Dieser Vertrauensverlust erklärt mit, warum Figuren wie Donald Trump oder die deutsche Rechtspopulisten der AfD an Einfluss gewinnen.
Der Soziologe warnt jedoch, dass bloße Enthüllungen über die Inkompetenz der AfD bei ihren Anhängern kein Vertrauen in die Demokratie zurückbringen werden. Vielmehr liege die Herausforderung darin, zu verstehen, wie diese Netzwerke funktionieren – und warum ihr Misstrauen so tief verwurzelt ist.
El-Mafaalanis Analyse bietet eine Handlungsanleitung im Kampf gegen den Rechtspopulismus. Seine Erkenntnisse zeigen, wie digitale Werkzeuge Misstrauen verstärken und wie Populisten institutionelle Schwächen ausnutzen. Das Buch macht deutlich: Um das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen, reicht es nicht, Falschinformationen zu widerlegen – es gilt, die zugrundeliegende Entfremdung zu überwinden.






