21 April 2026, 08:30

Zweiklassengesellschaft im Solinger Klinikum: Streit um faire Löhne und Renten eskaliert

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter vor einer Bergkulisse, mit Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Zweiklassengesellschaft im Solinger Klinikum: Streit um faire Löhne und Renten eskaliert

Streit um Arbeitsbedingungen im Solinger Klinikum spitzt sich zu

Die Auseinandersetzung über die Arbeitsbedingungen im Solinger Klinikum hat sich zwischen der SPD und dem Bürgerbund für Solingen (BfS) weiter verschärft. Beide Seiten setzen sich für eine fairere Behandlung des Servicepersonals ein, das über eine ausgelagerte Dienstleistungsgesellschaft des Krankenhauses beschäftigt wird. Der BfS kritisiert diesen Schritt scharf und wirft der Krankenhausleitung vor, damit eine Zweiklassengesellschaft mit niedrigeren Löhnen und schlechteren Rentenansprüchen geschaffen zu haben.

Die Ausgliederung erfolgte 2023, als das Klinikum unter wachsendem finanziellen Druck stand. Zwar räumt die SPD diese Herausforderungen ein, sieht sich nun aber mit Forderungen konfrontiert, die Entscheidung rückgängig zu machen. Eine vollständige Rückabwicklung hält die Partei jedoch für unrealistisch – sowohl wegen der großen Zahl der betroffenen Beschäftigten als auch aufgrund der steigenden Kosten.

SPD-Fraktionschef Ernst Lauterjung besteht darauf, dass bis zum 1. Oktober ein Tarifvertrag hätte abgeschlossen werden müssen. Horst Koss, SPD-Vertreter im Aufsichtsrat, unterstützt diese Forderung und betont die Notwendigkeit einer verbindlichen Vereinbarung mit einer DGB-Gewerkschaft. Der BfS hingegen verurteilt das Fehlen angemessener Rentenregelungen und die Ungleichbehandlung zwischen Servicekräften und dem Stammpersonal des Krankenhauses.

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BfS-Aufsichtsratsmitglied Patrick Hinck hebt die unverzichtbare Rolle der Servicemitarbeiter für den Krankenhausbetrieb hervor. Sein Parteikollege Jan-Michael Lange kritisiert die unterschiedliche Behandlung scharf und fordert umgehende Maßnahmen. Sowohl die SPD-Ratsfraktion als auch der BfS drängen nun auf zügige Verhandlungen mit ver.di, um faire Löhne, sichere Renten und stabile Arbeitsbedingungen für alle Betroffenen durchzusetzen.

Der BfS hat seine Forderungen klar formuliert: gleiche Bezahlung, abgesicherte Renten und einheitliche Arbeitsstandards für die Beschäftigten der Servicegesellschaft. Ohne diese Verbesserungen drohe dem Klinikum eine weitere Spaltung und Unzufriedenheit in der Belegschaft, warnen die Vertreter.

Verhandlungen mit ver.di haben für SPD und BfS nun höchste Priorität. Ein Tarifvertrag bleibt die zentrale Forderung – der 1. Oktober war als ursprüngliche Deadline gesetzt. Das Ergebnis wird entscheiden, ob das Servicepersonal dieselben Rechte und Schutzmechanismen erhält wie die direkt beim Krankenhaus angestellten Kollegen.

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